Wuppertal wuchs entlang der Wupper in einem engen Tal, wo Gestein, verwitterte Hänge und weiche Auenböden auf kürzester Distanz wechseln. Wer hier in der zweiten oder dritten Baureihe gründet, spürt das sofort: Der Baugrund wechselt mitunter alle zehn Meter. Diese geologische Unruhe verlangt Bodenkennwerte, die nicht aus Tabellen stammen, sondern aus dem Labor – genauer: aus dem Triaxialversuch. Wir führen den Versuch in unserem nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditierten Labor durch und liefern die effektiven Spannungspfade, die Sie für Stützbauwerke, Böschungen oder tiefe Baugruben in der Hangzone brauchen. Ein ergänzender CPT-Versuch hilft vorab, die Homogenbereiche im Feld einzugrenzen.
Ein CU-Versuch mit Porenwasserdruckmessung deckt auf, ob Ihr Hang in Wuppertal drainiert oder undrainiert versagt – oft die teurere Variante, die eine Sanierung verhindert.
Vorgehen und Leistungsumfang
Standortspezifische Faktoren
Im Tal von Wuppertal sehen wir immer wieder, dass der Triaxialversuch als "aufwändig" abgetan und durch Rahmenscherversuche ersetzt wird – ein Fehler, der bei wassergesättigten Tonsteinen oder Hangschutt fatale Folgen haben kann. Der Rahmenscherversuch erzwingt eine horizontale Scherfuge; der Triaxialversuch lässt den Bruch dort entstehen, wo das Material am schwächsten ist. Das ist kein akademischer Unterschied: In einem Projekt am Kiesbergtunnel lag der im Triaxialversuch ermittelte Reibungswinkel um 3° unter dem Wert aus dem direkten Scherversuch. Drei Grad klingen wenig, bedeuteten aber 18 Prozent mehr Erddruck auf die Baugrubenwand. Ein anderes Risiko ist die Probenvorbereitung: Stark überkonsolidierte Tone aus den oberdevonischen Schieferverwitterungen neigen zur Entspannung – wir schneiden die Proben deshalb im Geotechniklabor unter kontrollierter Feuchte zu und versiegeln sie sofort nach der Entnahme.
Referenznormen
DIN EN ISO 17892-9:2018 (Triaxialversuch), DIN EN ISO 17892-1:2015 (Wassergehalt, Dichte), DIN EN ISO 17892-2:2015 (Dichte des Bodens), DIN 18137-2:2011 (Scherfestigkeit), DIN EN 1997-2 (EC7, Geotechnische Erkundung)
Verwandte Dienstleistungen
UU-Versuch (schnell, undrainiert)
Für die erste Baugrubenphase oder kurzfristige Standsicherheiten. Wir ermitteln cu entlang der natürlichen Sättigung – relevant für Aushübe in den Auelehmen entlang der Wupper.
CU-Versuch mit Porenwasserdruckmessung
Konsolidiert, dann undrainiert abgeschert mit Aufzeichnung von u. Liefert effektive Spannungspfade für Böschungsstabilität und Stützmauern in Hanglagen.
CD-Versuch (drainiert, langsam)
Für den Endzustand von Dammaufschüttungen oder tiefen Gründungen. Die Abscherrate ist so langsam, dass kein Porenwasserüberdruck entsteht – notwendig für Setzungsprognosen in den sandigen Talfüllungen.
Typische Parameter
Häufig gestellte Fragen
Was kostet ein Triaxialversuch in Wuppertal?
Für einen einzelnen Triaxialversuch (UU, CU oder CD) müssen Sie mit Kosten zwischen 1.880 € und 2.430 € rechnen, abhängig von Versuchstyp, Probendurchmesser und ob eine Backpressure-Sättigung erforderlich ist. Ein kompletter Satz mit drei Konsolidationsspannungen liegt im oberen Bereich. Wir erstellen dazu ein prüffähiges Protokoll mit allen Spannungsdiagrammen.
Wann brauche ich einen CU-Versuch statt eines einfachen Rahmenscherversuchs?
Sobald Porenwasser eine Rolle spielt – und das tut es in Wuppertal fast immer. Der CU-Versuch misst den Porenwasserdruck während des Abscherens und liefert effektive Scherparameter (c‘, φ‘). Das ist entscheidend für Böschungen, Baugruben im Grundwasser oder weiche Auenböden, wo der Rahmenscherversuch die Realität nicht abbildet.
Wie lange dauert ein drainierter Triaxialversuch (CD)?
Der CD-Versuch ist der langsamste: Eine Probe kann je nach Durchlässigkeit des Materials zwischen drei und zehn Tagen beansprucht werden. Wir fahren die Abschergeschwindigkeit nach DIN EN ISO 17892-9 so langsam, dass der Porenwasserdruck vollständig dissipiert. Für die tonig verwitterten Schiefer der Remscheider Schichten planen Sie bitte eine knappe Woche ein.
Können Sie auch ungestörte Proben in Wuppertal entnehmen?
Ja, wir entnehmen ungestörte Sonderproben mit Dünnwand-Stutzen oder Ausstechzylindern direkt im Baufeld – auch in schwer zugänglichen Hanglagen. Die Proben werden sofort paraffiniert und im Kühltransport ins Labor gebracht, damit keine Austrocknung oder Entspannung die Triaxialergebnisse verfälscht.
