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MASW / VS30 in Wuppertal: Scherwellengeschwindigkeit präzise ermitteln

Der häufigste Fehler bei Bauvorhaben im Bergischen Land ist die Unterschätzung der Untergrunddynamik. Wer in Wuppertal auf den anstehenden Schiefer trifft und denkt, das reicht für die Erdbebenbemessung, übersieht die lockeren Verwitterungsdecken und Auffüllungen im Tal. Genau hier setzt die seismische Mikrozonierung an, die ohne die präzise VS30-Bestimmung nicht auskommt. Die MASW-Methode liefert uns ein durchgehendes Scherwellenprofil, das die normativen Anforderungen der DIN EN 1998-1/NA für die Baugrundklassifikation erfüllt. Mit einem aktiven 24-Kanal-Seismografen und einer 4,5-Hz-Geophonauslage kartieren wir die Steifigkeitskontraste bis in 30 Meter Tiefe – ein Verfahren, das sich besonders für die heterogenen Böden der Wupperaue eignet.

Die VS30 ist keine optionale Kennziffer – sie entscheidet über das Antwortspektrum und damit über die gesamte Erdbebenbemessung Ihres Tragwerks.

Vorgehen und Leistungsumfang

Auf 160 Metern über dem Meeresspiegel erstreckt sich Wuppertal über 15 Kilometer entlang der Wupper, was zu extrem wechselnden Untergrundverhältnissen führt: von anstehenden Grauwacken und Tonschiefern im Hangbereich bis zu mächtigen fluviatilen Sedimenten in der Talsohle. Die im April 2023 aktualisierte DIN 4149 ordnet solche Standorte schnell in die Baugrundklasse C oder sogar D ein, wenn der Scherwellenwiderstand nicht nachgewiesen wird. Unsere MASW-Auswertung liefert die VS30 direkt aus der Dispersionskurve der Rayleigh-Wellen; wir korrelieren die Ergebnisse bei Bedarf mit einer Korngrößenanalyse, um den Einfluss des Feinkornanteils auf die Steifigkeit zu quantifizieren. Das Verfahren ist nicht invasiv und eignet sich selbst für schwer zugängliche Hanglagen, wo Bohrgerät nicht aufgestellt werden kann. Eine Messlinie von 46 Metern Länge genügt in der Regel, um die geforderte Erkundungstiefe zu erreichen und die Unsicherheit in der Baugrundklasse zu beseitigen.
MASW / VS30 in Wuppertal: Scherwellengeschwindigkeit präzise ermitteln

Standortspezifische Faktoren

In Wuppertal sehen wir immer wieder, dass Bauherren den Baugrundgutachter nach der reinen Tragfähigkeit auswählen und die seismische Klassifikation als Formblatt betrachten. Das ist fahrlässig. Ein Standort im Tal mit 12 Metern Auelehm über Fels kann eine VS30 unter 200 m/s aufweisen und fällt damit in die ungünstigste Baugrundklasse D nach Tabelle NA.4 – das verdoppelt im Extremfall die seismischen Ersatzlasten gegenüber einem Felsstandort. Wer das ignoriert, dimensioniert am Bedarf vorbei. Ein zweiter Punkt: die Quellfähigkeit der Tonschieferverwitterung. Bei Wasserzutritt quellen diese Gesteine und verlieren massiv an Steifigkeit; eine MASW-Messung im trockenen Sommer liefert dann zu günstige Werte. Wir messen deshalb grundsätzlich mit einem Feuchtekorridor und dokumentieren die Witterungsbedingungen im Messzeitraum.

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Referenznormen

DIN 4149:2023 – Erdbebenbemessung bei Hochbauten, DIN EN 1998-1/NA:2021-07 – Eurocode 8: Nationaler Anhang, DIN 4020 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DGGT-Empfehlungen zur seismischen Standortklassifikation

Verwandte Dienstleistungen

01

VS30-Bestimmung für Neubauprojekte

Vollständige Messkampagne mit aktiver MASW, Inversion der Dispersionskurve und Klassifikation nach DIN EN 1998-1/NA. Inklusive Plausibilisierung mit vorhandenen Bohrprofilen und Fotodokumentation der Messlinie.

02

Scherwellenprofil für die Baugrubensteifigkeit

Ermittlung des VS-Verlaufs über die Tiefe in 0,5-m-Schritten. Diese Daten benötigen Sie für die realistische Modellierung der Baugrubenverformung mit der Finite-Elemente-Methode – unverzichtbar bei tiefen Baugruben in der Wupperaue.

03

Seismische Standortklassifikation für Bestandsbauten

Nachträglicher Nachweis der Baugrundklasse bei Aufstockungen oder Nutzungsänderungen. Wir messen mit minimaler Störung auf Parkplätzen, Grünstreifen oder direkt am Straßenrand und liefern ein belastbares Gutachten für die Prüfstatik.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
MessverfahrenAktive MASW mit 24-Kanal-Seismograf (4,5-Hz-Geophone)
ErkundungstiefeBis 30 m unter GOK, abhängig von Geophonabstand
AusgabeparameterVS30, VS-Profil, Baugrundklasse nach DIN EN 1998-1/NA
Messzeit pro LinieCa. 45 Minuten inkl. Rammung der Geophone
Normative GrundlageDIN 4149:2023, DIN EN 1998-1/NA:2021-07
BerichtsumfangDispersionskurve, Inversionsmodell, Baugrundklassifikation
Einsetzbar beiHanglagen, Aueböden, innerstädtische Enge, Verkehrsflächen

Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine MASW-Messung in Wuppertal?

Die Kosten für eine MASW-Messung in Wuppertal liegen je nach Anzahl der Messlinien und der Erkundungstiefe zwischen €1.390 und €2.900. Eine Standardmessung mit einer Linie, 24 Geophonen und Bericht inkl. VS30-Klassifikation ist am unteren Ende angesiedelt. Mehrere Linien, schweres Gelände oder eine kombinierte Auswertung mit Refraktionsseismik erhöhen den Aufwand entsprechend. Wir erstellen vorab ein Festpreisangebot, damit Sie Planungssicherheit haben.

Welche Baugrundklasse ergibt sich typischerweise in der Wuppertaler Talsohle?

In der Wupperaue mit ihren bis zu 15 Meter mächtigen sandig-schluffigen Sedimenten messen wir häufig VS30-Werte zwischen 180 und 350 m/s. Das entspricht der Baugrundklasse C, in tieferen Auffüllungsbereichen auch Klasse D. Die genaue Klassifikation hängt von der Mächtigkeit der Lockersedimente und dem Verwitterungsgrad des darunterliegenden Felses ab. Nur die direkte Messung liefert hier belastbare Werte.

Ist die MASW-Messung für ein Einfamilienhaus in Hanglage erforderlich?

Nicht zwingend für jedes Einfamilienhaus, aber sobald die Hangneigung über 15 Grad liegt oder das Gebäude in der Erdbebenzone 2 (wie ganz Wuppertal) steht, verlangen viele Prüfstatiker den Nachweis der Baugrundklasse. Gerade an Hängen mit anstehendem Schiefer, den eine dünne Verwitterungsschicht überdeckt, ist die VS30 oft besser als im Tal – das spart im Extremfall Bewehrung und Betonstahl.

Wie lange dauert die Messung vor Ort?

Der Aufbau und die Messung einer Linie nehmen etwa eine Stunde in Anspruch. Das Rammen der 24 Geophone in den Boden ist der zeitaufwändigste Teil, die eigentliche Messung mit dem Hammerschlag dauert nur wenige Minuten. Bei trockenem, hartem Boden im Sommer kann sich die Rammzeit verlängern. Die Datenauswertung und Berichterstellung erfolgt im Labor und benötigt rund drei Arbeitstage.

Können Sie die MASW-Ergebnisse mit SPT-Bohrungen verknüpfen?

Ja, das ist sogar der empfohlene Weg. Wir kombinieren die MASW-Ergebnisse mit den SPT-Schlagzahlen aus den Bohrungen, um die Korrelation zwischen N60 und VS zu kalibrieren. Das erhöht die Genauigkeit der Baugrundklassifikation erheblich und wird von der DIN 4020 explizit als bewährte Praxis genannt. Unser Team führt beide Verfahren aus einer Hand durch.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Wuppertal und Umgebung.

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