Die Baugrundverordnung und die DIN 4021 verlangen einen direkten Einblick in den Untergrund, bevor ein Fundament bemessen wird. In Wuppertal mit seinen steilen Hängen und den tiefgründig verwitterten devonischen Schiefern ist das keine Formsache. Die Stadt erstreckt sich über 168 Quadratkilometer entlang der Wupper, und die Bodenverhältnisse wechseln auf kürzester Distanz. Wir legen Schürfgruben an, um die Schichtgrenzen zu dokumentieren und Proben für das Labor zu gewinnen. Nur so lässt sich die Interaktion zwischen Bauwerk und dem oft eiszeitlich überprägten Hanglehm sicher beurteilen. Bei größeren Erkundungstiefen kombinieren wir die Grube mit der SPT Bohrung, um auch tieferliegende Lagen zu durchörtern.
Eine Schürfgrube zeigt in 60 Minuten, was ein Rammkernbohrer im verwitterten Wuppertaler Schiefer nicht liefern kann: die ungestörte Lagerung des Bodens.
Vorgehen und Leistungsumfang
Standortspezifische Faktoren
Der häufigste Fehler im Tal der Wupper: Ein Statiker rechnet mit den Tabellenwerten für steifen Ton, dabei steht eine weiche Auffüllung aus der Gründerzeit an. Wir haben das in Barmen und Elberfeld mehrfach gesehen. Wird eine Schürfgrube unterlassen, bleibt die Auffüllung unentdeckt. Die Folge sind ungleiche Setzungen, Risse in der Bodenplatte oder ein vernässter Keller, weil man den Schichtwasserhorizont nicht erkannt hat. Ein zweiter klassischer Fall ist der Anschnitt eines Hanges. Ohne Grube wird die tatsächliche Neigung der Felsoberfläche oft unterschätzt. Das Bauwerk rutscht dann auf einer dünnen Gleitschicht ab. Eine Grube deckt diese Gefahren auf, bevor die Bodenplatte bewehrt wird.
Referenznormen
DIN 4021: Baugrund; Aufschluss durch Schürfe, DIN EN ISO 22475-1: Geotechnische Erkundung und Untersuchung - Probenentnahme, DIN 1054: Baugrund - Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau, Eurocode 7 (DIN EN 1997-1:2014-03): Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik
Verwandte Dienstleistungen
Maschineller Schurf
Anlage der Grube mit Minibagger auf befahrbarem Gelände. Wir gehen bis 3 Meter Tiefe oder bis der Felshorizont erreicht ist. Inklusive Einmessen per GPS und Einbindung in den Lageplan.
Handschurf in Hanglage
Auf schwer zugänglichen Grundstücken, etwa in Cronenberg oder an der Nordbahntrasse, setzen wir den Handschurf ein. Zwei Mann legen die Grube manuell an, wir entnehmen die Proben und verfüllen wieder fachgerecht.
Typische Parameter
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine Schürfgrube in Wuppertal?
Eine maschinelle Schürfgrube mit Dokumentation und Probenentnahme liegt zwischen 430 und 860 Euro. Der Preis hängt von der Zugänglichkeit und der notwendigen Tiefe ab. Ein Handschurf im Hang wird etwas teurer wegen des höheren Arbeitsaufwands.
Wie lange dauert die Auswertung?
Das Schichtprofil und die Fotodokumentation erhalten Sie innerhalb von drei Werktagen. Falls wir Laborversuche an den Proben durchführen, dauert die Kornverteilung etwa eine Woche.
Reicht eine Schürfgrube für die Baugenehmigung?
In Wuppertal verlangt das Bauordnungsamt meist eine Kombination aus direkten und indirekten Aufschlüssen. Die Grube belegt die oberflächennahen Schichten. Für die Tiefe kombinieren wir sie mit einer SPT-Bohrung oder Rammsondierungen.
Was passiert mit dem Aushub?
Wir verfüllen die Grube mit dem Originalmaterial, lagenweise verdichtet. Der Wiedereinbau erfolgt nach DIN 18300. Überschüssiges Material verbleibt auf Ihrem Grundstück oder wird auf Wunsch abgefahren.
