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Flachgründungsbemessung in Wuppertal: Tragfähigkeit auf verwittertem Schiefer und Talböden

Die Bodenverhältnisse in Wuppertal wechseln auf kürzester Distanz. Im Norden der Stadt, rund um den Deweerthschen Garten, trifft man auf die massiven, aber stark verwitterten Tonschiefer des Oberdevon, die bei Wasserzutritt rasch aufweichen. Nur wenige Kilometer südlich, im Talkessel der Wupper bei Barmen, dominieren dagegen mächtige quartäre Auffüllungen mit organischen Beimengungen, die für eine Flachgründungsbemessung völlig andere Kennwerte liefern. Unser geotechnisches Labor ermittelt für jede dieser lokalen Einheiten den charakteristischen Sohlwiderstand und den Bettungsmodul, damit die Gründung nicht zum Zufallsspiel wird. Ergänzend ziehen wir bei unklarer Schichtgrenze den CPT-Versuch hinzu, um den Übergang vom Hanglehm zum Fels lückenlos zu profilieren.

Auf Wuppertaler Hanglehm fallen die zulässigen Sohlspannungen oft um 40 Prozent niedriger aus, als die Bodengruppe auf den ersten Blick vermuten lässt.

Vorgehen und Leistungsumfang

Ein klassischer Fehler in den Hanglagen von Cronenberg ist die Annahme, der verwitterte Felshorizont trage genauso wie das gesunde Gebirge darunter. Bauherren lassen gern die Flachgründungsbemessung auf Basis eines einzelnen Rammversuchs fahren – und wundern sich später über Setzungsrisse, sobald der entkalkte, mürbe Zersatz unter Last konsolidiert. Wir arbeiten nach DIN 1054:2021 und trennen strikt zwischen Verwitterungszone und tragfähigem Untergrund. Dazu setzen wir im Labor Triaxialversuche an ungestörten Proben und kombinieren sie mit direkten Scherversuchen an den Trennflächen des geschieferten Gebirges. Die Flachgründungsbemessung berücksichtigt dann nicht nur den statischen Lastfall, sondern auch die in Wuppertal relevante Hangneigung und die daraus resultierenden exzentrischen Lasteinleitungen. Das Ergebnis ist ein sorgfältig abgestufter Nachweis für Grundbruch, Gleiten und Kippen – ohne Sicherheitsreserven, die nachher niemand braucht.
Flachgründungsbemessung in Wuppertal: Tragfähigkeit auf verwittertem Schiefer und Talböden

Standortspezifische Faktoren

Ein zwölfgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus an der Friedrich-Ebert-Straße zeigte drei Jahre nach Bezug Risse im zweiten Obergeschoss – obwohl die Flachgründungsbemessung rechnerisch korrekt schien. Bei der Nachuntersuchung durch unser Labor stellte sich heraus, dass unter der Bebauung eine alte verfüllte Wupper-Schleife lag, deren organische Weichschicht im Vorfeld nicht erkannt wurde. Die Konsolidierung dieser gering tragfähigen Linse unter der Fundamentplatte hatte zu ungleichen Setzungen geführt. Dieses Beispiel zeigt, wie entscheidend die Kombination aus präzisen Feldaufschlüssen und einer detaillierten Flachgründungsbemessung für Wuppertals heterogenen Talgrund ist. Ein reiner Rechenwert ohne geologische Plausibilisierung reicht hier nicht aus.

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Referenznormen

DIN EN 1997-1:2014 (Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik), DIN 1054:2021 (Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau), DIN 4020:2010 (Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke)

Verwandte Dienstleistungen

01

Baugrunderkundung & Probenahme

Schwere Rammsondierungen (DPH) und Kernbohrungen in den schwer zugänglichen Hanglagen von Elberfeld und Barmen zur Gewinnung ungestörter Bodenproben für das Labor.

02

Bodenmechanische Laborversuche

Bestimmung von Wichte, Scherfestigkeit (Triaxial- und Rahmenscherversuche) und Steifemoduln an den anstehenden Hanglehmen und Schiefertonen nach DIN 18137-2.

03

Grundbruch- & Setzungsberechnung

Erstellung eines vollständigen statischen Nachweises für Einzel- und Streifenfundamente nach EC 7, inklusive der Berücksichtigung von Hangneigung und exzentrischer Laststellung.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
BemessungsnormDIN EN 1997-1:2014 + DIN 1054:2021
LabornormDIN 18137-2 (Scherfestigkeit), DIN 18196 (Klassifikation)
Typische Sohlspannung (Hanglehm, steif)150 – 220 kN/m² (Streifenfundament)
Typische Sohlspannung (Tonschiefer, verwittert)350 – 550 kN/m² (Einzelfundament)
Mindesteinbindetiefe auf Hangschutt≥ 0,80 m unter Geländeoberkante (Frostsicherheit)
Schlüsselversuch LaborDurchlässigkeitsbeiwert kf (DIN 18130) zur Dränagebemessung

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Wuppertal und Umgebung.

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