Wenn der Kernbohrer im Wuppertaler Schieferverwitterungsboden ansteht, wissen wir: ab hier wird jede Probe entscheidend. Für die SPT-Bohrung bringen wir ein hydraulisches Raupengerät mit, das die engen Zufahrten in Barmen und Elberfeld bewältigt. Die bodenmechanische Untersuchung beginnt im Feld mit gestörten und ungestörten Proben aus Tiefen bis 15 Meter – je nachdem, wo der Felshorizont ansteht. Im Labor verarbeiten wir das Material direkt weiter: Wassergehalt, Dichte, Kornverteilung. Die bergische Topografie mit ihren steilen Hanglagen und den typischen Lösslehmdecken über verwittertem Tonschiefer erfordert eine genaue Ansprache jeder Schicht. Unser Labor ist nach DIN EN ISO 17892 akkreditiert, die Probenaufbereitung erfolgt nach DIN 18123. Wir liefern die Kennwerte, die der Tragwerksplaner für den Standsicherheitsnachweis braucht – ohne Umwege, ohne Rätselei.
Kennwerte aus dem Labor sind nur so gut wie die Probenahme vor Ort – in Wuppertal entscheidet die Schiefergrenze über den Aufwand.
Vorgehen und Leistungsumfang
Standortspezifische Faktoren
Die Wupper und ihre Nebenbäche prägen die Talsohlen, während die Hänge aus devonischem Schiefer aufgebaut sind – dieser Kontrast zwischen Auelehm und Festgestein erzeugt in Wuppertal sehr ungleiche Baugrundverhältnisse auf kürzester Distanz. Ohne eine bodenmechanische Untersuchung bleibt unklar, ob setzungsempfindliche Weichschichten in der Gründungssohle anstehen. In Hangbereichen mit mehr als 15 Grad Neigung kann Porenwasserüberdruck in bindigen Böden die effektive Spannung reduzieren; der rechnerische Versagensmechanismus kippt dann von Grundbruch zu Böschungsversagen. Wir messen die undränierte Scherfestigkeit cu im Labor und gleichen sie mit den Ergebnissen der Flügelsondierung im Feld ab. Unsere Prüfberichte enthalten eine explizite Warnung vor Schichtwasser, das in den Klüften des Schiefers unerwartet anspringen kann. Die bodenmechanische Untersuchung liefert dem Planer den Nachweis, dass der Baugrund die charakteristischen Einwirkungen mit ausreichender Sicherheit aufnehmen kann.
Referenznormen
DIN 4020 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DIN EN ISO 17892 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Laborversuche an Bodenproben, DIN 18137 – Baugrund, Versuche und Versuchsgeräte – Bestimmung der Scherfestigkeit, Eurocode 7 (DIN EN 1997-1:2014-03) – Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik, DIN 18123 – Baugrund, Untersuchung von Bodenproben – Bestimmung der Korngrößenverteilung
Verwandte Dienstleistungen
Drucksondierung (CPT)
Elektrische Spitzendrucksondierung nach DIN EN ISO 22476-1. Misst Spitzendruck qc und Mantelreibung fs kontinuierlich über die Tiefe. In Wuppertal besonders geeignet, um die Mächtigkeit der Verwitterungsdecke über dem Schiefer abzugrenzen.
Rahmenscherversuch
Ermittlung der effektiven Scherparameter φ' und c' an gestörten und ungestörten Proben. Mit Porenwasserdruckmessung für langsame Verschiebungsraten. Auswertung nach Mohr-Coulomb mit Angabe der Bruchgeraden für mehrere Spannungsniveaus.
Ödometerversuch
Eindimensionaler Kompressionsversuch zur Bestimmung des Steifemoduls Es und des Konsolidierungsbeiwerts cv. Laststufen bis 800 kPa; wir protokollieren die Zeitsetzungskurve für Primär- und Sekundärsetzung.
Triaxialversuch
Dreiaxialer Druckversuch unter konsolidierten, drainierten Bedingungen (CD) oder undräniert (CU) mit Porenwasserdruckmessung. Liefert den kritischen Reibungswinkel und die Kohäsion für Spannungszustände unter Fundamenten.
Typische Parameter
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine bodenmechanische Untersuchung in Wuppertal?
Der Preisrahmen liegt zwischen €2.640 und €4.810 für ein typisches Untersuchungsprogramm mit zwei Kernbohrungen, Laborversuchen und Prüfbericht. Der genaue Aufwand hängt von der Anzahl der Aufschlüsse, der Tiefe und dem Umfang der Laborversuche ab – bei Hanglagen oder tiefen Schieferhorizonten bewegt man sich eher am oberen Ende.
Wann ist ein Triaxialversuch dem Rahmenscherversuch vorzuziehen?
Wenn der Spannungspfad realistisch nachgebildet werden muss – etwa bei tiefen Baugruben mit Entlastung oder bei wechselnden Porenwasserdrücken. Der Triaxialversuch erlaubt die Messung des Porenwasserdrucks während der Scherphase und liefert die effektiven Spannungen direkt. In Wuppertal setzen wir ihn oft ein, wenn die Gründung in den geklüfteten Schiefer einbindet und das Bruchverhalten anisotrop ist.
Wie lange dauert die Laborauswertung?
Standardversuche wie Sieblinie und Konsistenzgrenzen liegen nach drei bis vier Arbeitstagen vor. Ödometer- und Triaxialversuche benötigen wegen der Konsolidierungsphasen etwa sieben bis zehn Werktage. Wir können auf Wunsch Vorabwerte per E-Mail übermitteln, sobald der Versuch läuft.
Reichen zwei Bohrungen für ein Einfamilienhaus am Hang?
Bei einem typischen Einfamilienhaus im Wuppertaler Hangbereich empfehlen wir drei Aufschlusspunkte im Achsversatz, um die Schichtneigung zuverlässig zu modellieren. Der bergische Schieferverwitterungsboden kann auf kurzer Distanz stark variieren. Zwei Bohrungen bilden nur ein zweidimensionales Profil ab – die dritte Bohrung zeigt, ob quer zur Falllinie ein Schichtversatz besteht.
